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Bloggen mit ecto

Sobald man seine Webseite oder sein Weblog regelmäßig mit neuen Inhalten ergänzen möchte, kann die Arbeit mit einem normalen Text-Editor oder gar über die Formulare im Browser sehr lästig werden. Während im Browser nur die wenigsten benötigten Funktionen wie etwa die Rechtschreibprüfung zur Verfügung stehen, hantiert man bei der Arbeit mit einem Editor doch nur zu oft mit der Zwischenablage. Hat man hingegen ein Content-Management- oder Weblog-System auf dem Server installiert, das über die entsprechende Schnittstelle verfügt, dann kann man auch bequem aus einem speziellen Programm heraus sein Weblog pflegen. ecto ist eines der leistungsfähigsten Blogging-Tools unter OS X.

ecto stellt die vorhandenen Einträge in einem Weblog in einer Liste dar und bei Bedarf können Einträge überarbeitet werden.

Die Grundlage: XML-RPC

Die Grundlage für die Arbeit mit ecto bildet die so genannte XML-RPC Schnittstelle. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Programmfunktion eines Content-Management-Systems (CMS) wie das hier auf mac.delta-c.de eingesetzte Drupal. Diese Funktion ist in der Lage, sowohl die vorhandenen Einträge im System aufzulisten als auch neue entgegen zu nehmen. Hierbei wird zwischen einem Programm wie ecto und dem CMS eine speziell formatierte XML-Datei hin- und hergeschickt. Diese enthält den Inhalt und die Überschrift des Eintrags und kann auch weitere Daten wie zum Beispiel Bilder oder mp3-Dateien enthalten. Aufgrund dieser Form der Kommunikation kann ecto die Liste der vorhandenen Einträge vom Server abrufen und dem Anwender in einer Liste präsentieren. Einträge können nun nachbearbeitet, ergänzt, geschrieben und gelöscht werden. Hierbei spart man sich das unbequeme Hantieren im Browser. Die Arbeit unter Aqua – wie in einer Textverarbeitung – ist um ein vielfaches effizienter.

Bequemer editieren

Einer der Vorzüge von ecto besteht unter anderem darin, dass die in OS X integrierte Rechtschreibprüfung verwendet werden kann. Während in einem Browser wie Safari in den Formularen in den Formularen diese nicht aktiv ist, beschleunigt die Prüfung das Tippen in ecto doch um einiges. Um ein Wort mit einem Link zu versehen, kann man bei ecto mit der Tastenkombination Apfel und U arbeiten. Hierbei wird ein Fenster aufgerufen, in dem man die Eigenschaften des Links bearbeiten kann. Der Clou besteht darin, dass ecto den Inhalt der Zwischenablage, sofern es sich um einen URL handelt, automatisch in das Feld einfügt. Mit der Tastenkombination Apfel, Shift und U kann ein Wort aber auch direkt verlinkt werden. Diese Funktion mag unscheinbar wirken, aber wenn in einem Text sehr viele Links gesetzt werden müssen, steigert es doch die Geschwindigkeit beim Tippen. Ferner kann man für HTML-Tags wie <b> auch Kürzel (Apfel und B) verwenden und auch eigene Tags definieren.

Ein Wort kann mit einer Tastenkombination direkt verlinkt werden.

Für Anwender, für die die Arbeit im Quellcode etwas ungewohnt oder unbequem ist, bietet ecto auch die Möglichkeit, einen Text im RTF-Modus zu erstellen. Dabei ist der von ecto erstellte HTML-Code nicht ganz so akkurat, als wenn man ihn selber per Hand schreibt, aber für die meisten Einsatzzwecke dürfte es reichen.

Die Arbeit im RTF-Modus kann weniger versierten Anwendern die Arbeit erleichtern.

Ferner ist ecto in der Lage, mit Hilfe einige Schaltflächen direkt den aktuell bei iTunes gespielten Song einzufügen oder direkt auf die Datenbank von Amazon zuzugreifen und auf ein Produkt zu verweisen. Eine Integration von iPhoto ist ebenfalls vorhanden.

Vorlagen, Entwürfe, Vorschau

ecto bietet die Möglichkeit, Beitrag als Entwürfe lokal zu speichern und später zu ergänzen und dann erst zu veröffentlichen. Darüber hinaus ist es möglich, Vorlagen zu erstellen, die bereits einigen Text und Quellcode enthalten können. Da bei den Artikel hier auf mac.delta-c.de der grundlegende Aufbau gleich bleibt (Einleitung, Fazit, Weitere Informationen), erfüllt die Funktion bei höherem Posting-Aufkommen ihren Zweck. Im Programm enthalten ist auch eine mit Apfel und R aufrufbare Vorschau, die sich die integrierte Funktion von Safari zu nutze macht.

Weitere Funktionen

Die im Programm enthaltene Unterstützung von AppleScript und Automator erweitern die Möglichkeiten von ecto. Nützlich kann diese Unterstützung sein, wenn man Beiträge von einem Weblog in ein anderes importieren möchte oder aus einer lokalen Datenbank heraus Beiträge erstellen möchte. Das Verschicken von Trackbacks und das Tagging mittels Technorati kann auch über ecto vorgenommen werden. Nach der Publizierung von Beiträgen oder der Synchronisation der lokalen Datenbank kann, sofern Growl installiert wurde, eine kleine Nachricht ausgegeben werden.

ecto kommuniziert Ereignisse über Growl.

ecto und Drupal: ein Dreamteam

ecto unterstützt eine ganze Reihe von Weblog-Systemen wie Serendipity, Wordpress, Geeklog und Livejournal. Auch das hier eingesetzte Drupal ist in der Liste enthalten. Die Pflege und Aktualisierung einer Webseite mit Drupal und ecto wird durch einige kleine, aber feine Funktionen von ecto noch enorm erleichtert. So stellt ecto die Kategorien einer Drupal-Webseite rechts neben dem Beitrag dar. Somit lässt sich der Beitrag gleich in ecto kategorisieren und der Umweg über den Browser entfällt.

Die eingerichteten Kategorien einer Drupal-Webseite stehen auch bei ecto zur Auswahl.

Ferner gibt es bei Drupal ein kleines, aber lästiges Detail, dass die Zusammenarbeit mit anderen Programmen bisher ein wenig ausgebremst hat. Es gibt bei Drupal die Möglichkeit, verschiedene Filter auf die Inhalte anzuwenden. So ist es normalen Besuchern der Webseite hier verboten, den Tag <a href= zu verwenden. Dies hat weniger mit einem generellen Misstrauen gegenüber den Kommentatoren zu tun. Es soll vielmehr vermeiden, dass die ganzen Texas Holdem Poker und Pillendreher sich hier selber verlinken. Bei einem normalen Beitrag wie diesem hingegen, dürfen die Tags <a href= und auch <img> jedoch nicht gefiltert werden. ecto fragt die in Drupal eingerichteten Filter ab und stellt diese im Reiter Formatierung zur Auswahl. Dieses Detail mag randständig erscheinen, aber wenn man viele Einträge schreibt und jedes Mal im Browser per Hand die Formatierung ändern muss, dann lernt diese Funktion schnell zu schätzen.

Die eingerichteten Formatierungen einer Drupal-Webseite stehen auch bei ecto zur Verfügung.

Fazit

Die Länge dieses Artikels dürfte über die Begeisterung und den Nutzwert von ecto beredtes Zeugnis ablegen. Wenn in einem Weblog nur einmal am Tag oder in der Woche ein Eintrag geschrieben wird, dann dürfte sich die Anschaffung von ecto kaum lohnen. Hier könnte das kleine Programm MarsEdit eine Alternative darstellen. Erfolgt die Aktualisierung der Webseite hingegen häufiger und werden dabei auch längere Beiträge verfasst, dann ist ecto eine enorme Arbeitserleichterung. Das Programm erlaubt es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: den Inhalt.

Weitere Informationen

illuminex.com/mac/ecto/

Technorati Tags: ,

Gast

meine Erfahrungen mit ecto

17. Dezember 2005 - 22:56

Ich benutze ecto jetzt schon längere Zeit und kann mich insgesamt dem Fazit anschließen: es ist derzeit der beste Weblog-Editor. Allerdings hat er auch einige Quirks und Bugs, von denen ich aber hoffe, dass sie bald ausgemerzt werden. Der Entwickler ist sehr rege und geht auf Anregungen und Kritik sehr gut ein. Einige weitere Tipps und auch kritische Anmerkungen in drei Artikeln auf meinem Blog: Link

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